Blasorchester TSV Braunshardt

Aus Spaß an der Musik !



Das Blasorchester im neuen Jahrtausend

Zum ersten Mal nach 1984 - dem 75-jährigen Jubiläum - wurde 2001 wieder ein Fest gefeiert. Das 90-jährige. Sicher eine krumme Zahl, aber warum nicht! Feste müssen gefeiert werden wie sie fallen und wir hatten Lust dazu! Es gab dann auch keine besonderen Festveranstaltungen - mit einer Ausnahme:

Am 29. September 2001 initiierte das Blasorchester Braunshardt - zum ersten mal in dieser Form in Weiterstadt -ein Gemeinschaftskonzert aller in der Stadt Weiterstadt ansässigen Musikzüge und Blasorchester.

Mehr als 200 Musikerinnen und Musiker füllten eine eigens dafür errichtete, riesige Bühne im Bürgerzentrum in Weiterstadt und beindruckten die Besucher des ausverkauften Hauses u.a. mit einigen gemeinsam vorgetragenen Stücken.     

 

Gemeinschaftskonzert zum 90-jährigen Jubiläum

Im gleichen Jahr wurde erstmals ein "Seniorenstammtisch" ins Leben gerufen. Bis heute treffen sich die Musikveteranen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen, pflegen die Geselligkeit und organisieren so manche Unternehmungen. Aber auch bei vielen Aktivitäten und Veranstaltungen des Blasorchesters unterstützen sie dieses dankenswerter Weise immer tatkräftig.

In den Jahren 2001 und 2002 wurde der Bereich Werbung und Öffentlichkeitsarbeit stark forciert. Erstmals wurde ein Flyer herausgegeben, mit dem das Blasorchester umfangreich über sich informierte. Für die Öffentlichkeitsarbeit wurde auch das Medium Internet genutzt. Seit 2004 pflegt das Blasorchester alles Wissenswerte und Interessante zur Abteilung Blasorchester des TSV Braunshardt auf seiner eigenen Homepage ein.

Blasorchester im Jubiläumsjahr 2001

Auch der Bereich Ausbildung und Jugendarbeit entwickelte sich weiter prächtig. Aber was nützt alles Lernen und Proben, wenn der Nachwuchs nicht auch zeigen kann, was man alles gelernt hatte. Bis jetzt hatten die Jungmusiker nur die Möglichkeit, sich bei den Konzerten des großen Orchesters zu präsentieren, und dort auch nur das Jugendorchester. Mit der ersten "Jugendmatinee" am 9. Juni 2002 war eine neue Plattform gefunden worden, bei der die Kids zeigen konnten, was in der Ausbildung erreicht worden waren. 

1. Jugendmatinee 2002 im Adlersaal

Hier konnten neben dem Jugendorchester auch die Blockflötenschüler und die Instrumenten-Azubis zeigen, was sie alles drauf haben. Reichten für diese Veranstaltung am Anfang noch ein paar Stunden am Sonntagvormittag aus, war das nur wenige Jahre später nicht mehr möglich. 2007 wurde der "Jugendmusiktag" – die Veranstaltung war zwischenzeitlich umbenannt worden, weil "Matinee" den Kids zu steif war – zum ersten Mal am kompletten Sonntag veranstaltet. Die Zahl derer, die zeigen wollten was sie schon alles können, war einfach zu groß geworden.

Seit vielen Jahren nehmen unsere Jugendlichen auch an verschiedenen Landes- und Gaulehrgängen, u. a. in Rückersbach, Affhöllerbach und in Biedenkopf teil. Mit der Teilnahme an solchen Lehrgängen wollen die Verantwortlichen beim Blasorchester das musikalische Fortkommen der Azubis unterstützen. Dass dies gerne angenommen wird, zeigt die immer sehr gute Teilnehmerzahl in den vergangenen Jahren.

Um den Kindern die Teilnahme zu ermöglichen, subventioniert das Blasorchester diese Maßnahmen immer wieder aufs Neue. Mit nicht unerheblichen Mitteln werden die Teilnehmerbeiträge zu solchen oder ähnlichen Fortbildungsmaßnahmen finanziell bezuschusst, nicht etwa aus Vereinsbeiträgen, sondern vielmehr aus Mitteln, die das Blasorchester z. B. bei seinen verschiedenen Veranstaltungen selbst erwirtschaftet oder aus Spendengeldern.

Das solche Lehrgänge auch bei den Eltern die entsprechende Beachtung finden, zeigt eindeutig deren Bereitschaft auch zur Anreise zu weiter entfernten Lehrgangsorten, um die jeweiligen "Abschlusskonzerte" zu besuchen. Bei diesen zeigen die Teilnehmer dann stolz, was während der Lehrgänge erarbeitet und einstudiert wurde.

In all den Jahren, bei denen junge Musikerinnen und Musiker an solchen Veranstaltungen teilgenommen haben, war deren Abschneiden immer sehr erfolgreich – das macht dann nicht nur die erfolgreichen Teilnehmer stolz, sondern auch die Ausbilder und das gesamte Blasorchester. Ganz großes Lob auch an dieser Stelle für solch tolle Leistungen, denn nicht zuletzt tragen diese Fortbildungen zur Steigerung der musikalischen Qualität des Blasorchesters bei.

Im Jahr 2002 betrat das Blasorchester musikalisches Neuland. Zum ersten Mal veranstalteten der Chor Braunshardt und das Blasorchester ein gemeinsames Konzert. In vielen Einzelproben beider Gruppen und nur wenigen gemeinsamen Proben wurde ein interessantes Konzertprogramm einstudiert, das bei den Konzertbesuchern sehr gut ankam. 

Anlässlich eines Besuches unserer französischen Freunde wurde am 3. Mai 2003 ein Gemeinschaftskonzert im Bürgerhaus in Gräfenhausen veranstaltet. Für das Blasorchester hieß es bei diesem Konzert aber wieder mit Etwas umzugehen, das bis dahin noch nicht da war. Die Gäste aus Frankreich präsentierten sich mit Symphonischem Orchester und Chor. Erfahrungen mit einem Chor hatte man ja bereits gesammelt, aber jetzt trafen geballtes Blech und zarte Streicher aufeinander! Bis dahin hatte jede der beiden Gruppen für sich zu Hause geprobt, aber jetzt hieß es, das Geübte in nur einer gemeinsamen Probe zusammenzusetzen. Für das Blasorchester bedeutete das in erster Linie: Zurückhaltung. Aber was soll man sagen: es gelang und wurde mit Gänsehaut pur – sowohl bei Musikern als auch bei Besuchern – belohnt.

Der Kontakt der beiden Orchester besteht bis heute und im Abstand von ca. 2 Jahren trifft man sich bei gegenseitigen Besuchen in Braunshardt und Verneuil. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass sich hier eine echte Freundschaft entwickelt hat. Unsere Besuche in Frankreich waren immer von der sprichwörtlichen französischen Gastfreundschaft geprägt. So manches Glas Rotwein wurde gemeinsam getrunken, so manches Lied zusammen geträllert und – nicht zu vergessen – so manches Tänzchen getanzt.

Besuch der Musikschule Verneuil 2006

Besonders in den Jahren 2002 bis 2004 konnte dann das Orchester von den Früchten der bereits erwähnten Ausbildung profitieren. Noch nie zuvor wurde so viel Nachwuchs in das große Orchester integriert. Zeitweise wuchs die Orchesterstärke auf über 50 Musikerinnen und Musiker an. Das war mit ein Grund, warum im Jahr 2004 zum ersten Mal das Konzert des Blasorchesters nicht mehr im Adlersaal stattfinden konnte – Bühne und Zuschauerraum waren schlicht und ergreifend zu klein geworden. Wegen des fehlenden Bürgerhauses in Braunshardt, mussten wir ins Bürgerzentrum nach Weiterstadt ausweichen, wo bis heute unsere Konzerte stattfinden.

Glücklicherweise wuchs nicht nur die Orchesterstärke, sondern auch die Zahl der Besucher bei unseren Veranstaltungen. Das bedeutete z. B. auch, dass 2004 das jährliche Adventskonzert zum ersten Mal zweimal aufgeführt werden musste. Die Schlosskirche in Braunshardt war dem Besucheransturm nicht mehr gewachsen. Bis heute werden die Adventskonzerte zwei Mal am gleichen Tag, mit einer halbstündigen Pause zwischen den beiden Konzerten, aufgeführt.

Das Adventskonzert wurde 1996 zum ersten Mal in der Schlosskirche veranstaltet und war aus dem "Weihnachtsspielen" des früheren Musikzuges und späteren Blasorchesters entstanden. Damals, Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre lief der Musikzug an Heiligabend durch Braunshardt und spielte an verschiedenen Plätzen Weihnachtslieder. Für diese musikalische Einstimmung auf das Weihnachtsfest bedankten sich die Einwohner mit Spenden, sowohl in finanzieller Form, als auch mit Naturalien – Süßigkeiten für die Kleineren im Orchester, oftmals Hochprozentiges für die Erwachsenen. Aus manchen Erzählungen ist heute bekannt, dass so mancher Familienvater, wegen dieser "Anstrengungen", die Bescherung unterm Weihnachtsbaum verschlafen oder zumindest nicht mehr im vollen Umfang miterleben konnte.

Als Braunshardt immer größer und insbesondere der zeitliche Aufwand für dieses Weihnachtspielen immer größer wurde, entschloss man sich dann für die bereits oben erwähnten Adventskonzerte in der Schlosskirche.

1. Adventskonzert in der Schlosskirche Braunshardt 1996

Bis zum Jahr 2005 bestand eine Zusammenarbeit zwischen dem TSV Braunshardt und einer privaten Musikschule im Bereich Musikalische Früherziehung (MFE). Nach Beendigung dieser Zusammenarbeit übernahm das Blasorchester diese Ausbildung und führt die MFE bis heute fort.

Da es bereits in den Jahren zuvor Anfragen der Braunshardter Kindergärten gab, im Bereich Musik mit dem Blasorchester zusammen zu arbeiten, wurde am Anfang neben zwei Gruppen im TSV-Vereinsheim auch eine Gruppe im Kindergarten Weingartenstraße angeboten. Leider konnte diese Gruppe dann später nicht mehr aufrechterhalten werden. Die Plätze in den Gruppen der MFE beim Blasorchester sind jedoch bis heute noch heiß begehrt.

Mit dem Angebot der MFE nahm allerdings auch der Aufwand der Organisation der Ausbildung rasant zu. Hatte man es bis dahin seit Ende der 90er Jahre immer mit ca. 30 – 40 Kindern und Jugendlichen zu tun, war diese Zahl nun plötzlich auf über 100 gewachsen. Der zeitliche Aufwand, Übungsstunden und Übungsräume zu organisieren und zu koordinieren und vor allem qualifizierte Ausbilder zu finden, wurde immer größer – und auch schwieriger!

In diesem Zusammenhang ist es unvermeidbar, hier noch einmal zwei Namen zu nennen: Holger Schäfer und Anja Becker. Nur die Wenigsten können sich vorstellen, welche Geduld und Ausdauer, am Anfang von Holger Schäfer und dann später von Anja Becker erforderlich waren und sind, um diese Aufgabe zu bewerkstelligen – der Dank dafür kann gar nicht groß genug ausfallen.

Früher oder später ist aber die MFE vorbei. Die Blockflötenausbildung war erfolgreich und das Lernen mit den Blasinstrumenten oder am Schlagzeug wird immer besser und klappt schon ganz ordentlich. Aber immer nur alleine und im stillen Kämmerlein zu üben und zu spielen, macht irgendwann auch nicht mehr so richtig Spaß. Konnten die, die jetzt schon ein bisschen mehr konnten schon ins Jugendorchester? Nein, das ging nicht. Das hatte sich mittlerweile musikalisch sehr ordentlich entwickelt und war altersmäßig auch nicht die beste Lösung.

Also, was musste her? Eine neue Gruppe für den jungen Nachwuchs! Das Schülerorchester wurde somit aus der Taufe gehoben, das am 8. April 2006 seine erste Probe hatte. Hier hatten die Kids die Möglichkeit, gemeinsam zu spielen und erste Erfahrungen im Zusammenspielen in einem Orchester zu sammeln.

1. Schülerorchester 2006

Aber auch das Blasorchester entwickelte sich weiter. Wegen des Zuwachses durch junge Musiker und deren Integration ins Orchester, war es viele Jahre nicht möglich an Wertungsspielen teilzunehmen. Das sollte sich 2006 ändern, man wollte ja mal wieder wissen, wo man sich mittlerweile musikalisch einordnen konnte.

Am 18. November 2006 startete man deshalb beim 1. Hessischen Landesmusikfest in Mühlheim am Main in der Kategorie "Mittelstufe". Lange und viel war dafür geprobt worden, und am Ende wurden wir dann auch mit großem Erfolg belohnt: Mit dem vorgetragenen Pflichtstück "Drei Tänze für Blasorchester" und dem Kürstück "Die Hexe und die Heilige" schnitt das Blasorchester als bestes Orchester mit der höchsten Punktzahl in dieser Kategorie ab.

Bitte entschuldigen Sie an dieser Stelle das Eigenlob, aber bei dem Gespräch mit den Wertungsrichtern, das immer gleich im Anschluss an den Vortrag stattfindet, wurde uns ans Herz gelegt, uns in Zukunft bei solchen Wettbewerben doch bitte an der Oberstufe zu orientieren – wir wussten wieder wo wir standen.

Und auch das Jugendblasorchester, das zum ersten Mal an einem Wertungsspiel teilnahm, schnitt hier erfolgreich ab. Im Saal der Sport-Union präsentierten sich die damals knapp 30 jungen Musikerinnen und Musiker dem Publikum und vor allem den beiden Wertungsrichtern mit den beiden Stücken "Blue Mountain Saga" und "Gershwin Classics". Sehr aufgeregt aber hochkonzentriert spielte das Jugendorchester beide Stücke souverän und fehlerfrei und erntete entsprechenden Applaus bei den Zuhörern.

Im Jahr 2006 erwarb die Stadt Weiterstadt das Braunshardter Schloss nebst Teilen des Schlossgartens. Viele Gruppen und Vereine nutzen nun diesen neu zugänglichen Ort für ihre Veranstaltungen.

Der Ort und das Ambiente des Schlosses bildeten die Grundlage für die Idee einer neuen Veranstaltung des Blasorchesters: Es wurde die erste "Serenade im Schlosspark" geplant.

Diese neue Veranstaltung ersetzte das frühere sonntägliche Frühkonzert im Garten des Seniorenheimes "St. Ludwig" direkt neben dem Gelände des Schlossgartens, das zum ersten Mal am 22. August 1976 stattfand und in den folgenden Jahren immer regelmäßig veranstaltet wurde.

Am Morgen des 9. Juli 2007 wurden unzählige Lichterketten und noch mehr Elektrokabel installiert und Fackeln aufgestellt, man wollte ja das passende Ambiente schaffen, wenn am Abend die Dunkelheit hereinbrach.

Aber wie auch die Veranstaltung am 1. Mai, ist die Serenade auf Gedeih und Verderb unserem lieben Petrus ausgeliefert. Pünktlich um 18.00 Uhr an besagtem Samstag zogen dicke Gewitterwolken auf und die Veranstaltung fiel buchstäblich ins Wasser. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, die Serenade in unser festes Veranstaltungsprogramm aufzunehmen. Die Serenade ist heute ein kultureller Höhepunkt im Veranstaltungskalender in Weiterstadt.

Wie's so ist, bringt die Geschichte an sich, Änderungen und Neuerungen in Gesellschaft und Politik mit sich. Letztere hat es dann irgendwann auch einmal für gut befunden, das Schulsystem zu reformieren und – zum Leidwesen Vieler – das verkürzte Abitur, G8 genannt, eingeführt. Das bedeutete, die Schüler mussten sich den Lehrstoff innerhalb von acht anstatt wie bisher in neun Jahren einhämmern. Für uns bedeutete das aber etwas ganz Anderes: Die Kinder und Jugendlichen hatten immer weniger Zeit, in der wenigen Freizeit die blieb, ihren Hobbies nach zu gehen – in unserem Fall unser Ausbildungsangebot ein Instrument zu erlernen, in Anspruch zu nehmen.

Es war also nötig die, die gerne Musik machen und ein Instrument lernen wollten dort abzuholen wo sie waren – in der Schule. In vielen Gesprächen mit der Schulleitung der Astrid-Lindgren-Schule in Braunshardt wurde dafür aber eine Lösung gefunden.

Mit Beginn des zweiten Halbjahres des Schuljahres 2007/2008 wurden an der Schule zwei Musik-AGs gegründet, die bis heute vom Blasorchester organisiert und betreut werden: in der einen wird Kindern der 1. und 2. Klasse Blockflötenunterricht angeboten, die zweite AG ist das Klassenmusizieren. Hier können die Kinder der 3. und 4. Klasse alle Instrumente erlernen, die in einem Blasorchester gespielt werden.

Aus dem Stand meldeten sich im ersten Jahr 20 Kinder an, für die nun Instrumente besorgt werden mussten. Wenn man in einem alten Protokoll einer Vorstandsitzung liest, dass die Anschaffung eines gebrauchten Tenorhornes doch bitte den Betrag von DM 250,00 nicht übersteigen möge, dann hört sich das im Vergleich zu dem jetzt notwendigen Investitionsvolumen wie Peanuts an. Für dieses Projekt war man jetzt gezwungen, fünfstellige Euro-Beträge in die Hand zu nehmen. Ein Kraftakt, den das Blasorchester nicht alleine schaffen konnte.

Großzügige Spenden von Firmen und Organisationen, besonders aus der Jubiläums-Stiftung der Sparkasse Darmstadt, ermöglichten die Finanzierung und die Verwirklichung dieses Projektes.

Bläserklasse der Astrid-Lindgren-Schule Braunshardt

Der Abteilungsvorstand hat in diesen Jahren mit der Umsetzung immer neuer Ideen und dem damit verbundenen großen Engagement dafür gesorgt, dass sich die Abteilung Blasorchester weiter etabliert hat und zu einem unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Lebens in Weiterstadt geworden ist. Diese erfolgreiche Arbeit zeigt sich besonders in den Mitgliederzahlen beim Blasorchester. Gehörten bis Mitte der 90er Jahre etwa 60 – 70 Mitglieder der Abteilung an, beträgt die Zahl der Abteilungsmitglieder im Jubiläumsjahr mittlerweile circa stolze 160. Ein Erfolg, der besonders der musikalischen Weiterentwicklung und der intensiven Jugendarbeit zu verdanken ist.

Einen der sicherlich größten musikalischen Erfolge erzielte das Blasorchester beim Internationalen Deutschen Turnfest 2009 in Frankfurt/Main. 2006 wurden wir ja quasi genötigt, bei der nächsten Teilnahme an einem Wertungsspielen in einer höheren Kategorie zu starten. Na gut, warum nicht versuchen, was einem aus berufenem Munde nahe gelegt wurde.

Wieder wurde geübt und geprobt was das Zeug hielt, u. a. auch mit einem Mann von Weltklasse, Pierre Kuijpers. Der Kontakt kam durch unseren Dirigenten Oliver Nickel zustande, der zu dieser Zeit bei ihm studierte.

Es wurde damals viel über dieses Ereignis in der Presse berichtet, soll aber auch hier kurz erwähnt werden, weil es in der Geschichte des Orchester bis dahin etwas Einmaliges war und vielleicht auch bleiben wird. Die einen bezeichnen Kuijpers als "Guru", die anderen als Top- und Spitzen-Dirigent im internationalen Profigeschäft der Symphonischen Blasmusik.

Probenwochenende mit Pierre Kuijpers 2009

Auch eilt ihm ein gewisser Ruf hinsichtlich seiner Art des Probens voraus: direkt und unverblümt sei er. Deshalb gingen damals auch einige von uns mit gemischten Gefühlen in diese Probe: „Wenn der mir bleed kimmt, stei ich uff un geh naus“ oder: „Was werd' des wern!?“, waren die Kommentare von einigen Musikerinnen und Musikern. Aber was kam am Ende dabei heraus? Unglaubliche tolle fünf Stunden, die wir mit ihm zusammen arbeiten konnten und in denen der allergrößte Teil von uns so viel an musikalischer Erfahrung mitnehmen konnte, wie selten zuvor.

Ergebnis dieser Proben und bei der Teilnahme an diesem Wertungsspielen mit dem Pflichtstück "Flashing Winds" und dem Kürstück "Rhapsody for Hanukkah": 1. Rang in der Kategorie Oberstufe, beste Punktzahl der teilnehmenden fünf Orchester in dieser Kategorie, Turnfestsieger 2009. Wirklich, keiner wollte und konnte das glauben, manche haben bei der Bekanntgabe des Ergebnisses eine Träne verdrückt, denn dieser Erfolg war bisher einmalig.

Siegerehrung Wertungsspielen 2009